Dienstag, 14.09.2021, 18.30 Uhr
neusi’s – Langemarckstr. 116, 28199 Bremen

Die Lesung ist ohne Eintritt

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„Blaumeier oder der Möglichkeitssinn“ ist eine Einladung 22 Menschen kennenzulernen, die unterschiedlicher kaum sein könnten und die eins verbindet: Sie sind Blaumeier-Künstler*innen.

Es erzählt von der Angst zu scheitern, nicht gut genug zu sein, aber ebenso von der Freude, wenn etwas seine Form, seinen Ausdruck findet. Was für ein großartiges Gefühl, wenn die Zuschauer*innen trampeln und rufen – jedenfalls für Tanja, eine der 22 Personen, die in diesem Buch mit Fotos und Text vorgestellt werden. Tanja liebt es, wenn sich der Vorhang zum tosenden Schlussapplaus hebt. Michael wird es in solchen Momenten manchmal zu laut, zu wild und dann bleibt er lieber hinter der Bühne. Menschen unterscheiden sich.

Menschen unterscheiden sich und auch davon erzählt dieses Buch: von dem, was ihnen gefällt, was sie mögen oder nicht gut aushalten können, was ihnen wichtig ist, wovon sie träumen, wovor sie Angst haben. Menschen unterscheiden sich darin, wie schnell oder langsam, wie schräg oder rund sie laufen oder denken oder reden, wie sie von anderen angesehen werden. Manche der vorgestellten Personen sind behindert, werden behindert durch Vorurteile und offene oder versteckte Diskriminierungen oder von schablonenhaften Vorstellungen und Klischees. In diesem Buch trotzen behinderte Menschen nicht „ihrem Schicksal“, sie sind nicht an „den Rollstuhl gefesselt“, sie sind weder Held*innen noch bemitleidenswerte Opfer. Sie sind keine Objekte.

Dieses Buch erzählt von dem, was möglich ist, wenn Menschen einen Raum finden, in dem sie andere Erfahrungen machen können mit sich selbst und mit anderen. In dem sie andere Rollen, andere Haltungen ausprobieren können. Das Blaumeier-Atelier versucht, ein solcher Raum zu sein. Ein Raum, der so inklusiv ist, dass auch Nicht-Behinderte mitmachen können. Ein Raum, der Begegnungen zwischen Menschen ermöglicht, die unterschiedlicher kaum sein könnten – und die zugleich so vieles verbindet.